Freundeskreis für Lübben übergibt offiziell sanierten Brunnen in Trüschels Kolonie (09.10.2010):

Lübben Er sprudelt zwar schon seit einiger Zeit wieder. Offiziell begossen wurde der Brunnen in Trüschels Kolonie aber erst jetzt. Nach 80 Jahren ist das Symbol der Hoffnung wieder intakt.


Viel Besuch nach 80 Jahren Sprudel-Stopp. Foto: Hecht
Foto: Hecht

Zur Feier des Tages lugte plötzlich auch die Sonne zwischen den Wolken hervor, just in dem Moment, als Jürgen Lüth befand, dass dieser Tag »ein Sonnentag« sei. Der Initiator und Vorsitzende des Freundeskreises für Lübben war nicht minder glücklich über die gelungene Sanierung des denkmalgeschützten Baus wie die vielen Anwohner und Vertreter von Stadt und Landkreis, die zur Übergabe gekommen waren.

Nicht immer habe er an das Projekt geglaubt, gab Lüth zu. »Drei Jahre Zeit, Geduld und langen Atem« habe es gebraucht, um den Brunnen wieder zum Sprudeln zu bringen. Trotz komplizierter denkmalpflegerischer Aufgaben und mehrfachen Aufschubs wegen der Haushaltslage habe »letztlich alles gemeistert« werden können. Darüber freute sich in dieser Woche auch Arthur Trüschel. Der Sohn des Mannes, der die Kolonie zwischen Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße und Dreilindenweg einst errichtete, war an diesem Tag ein gefragter Gesprächspartner. Als kleiner Junge hat der heute 83-Jährige in jenem Brunnen geplantscht, der schließlich 80 Jahre lang trocken gelegt war. Vom Wunsch Trüschels, einst Lothar Bretterbauers Lehrer, wusste auch das Stadtoberhaupt schon lange. Auf »erfüllte Träume« und »glückliche Menschen« verwies Lübbens Bürgermeister daher und lobte vor allem das bürgerschaftliche Engagement bei diesem Projekt. 6400 Euro hat die Stadt investiert, 7700 Euro kamen vom Landkreis, den Rest der rund 15 000 Euro übernahm der Freundeskreis. Letzterem ist es vor allem zu verdanken, dass Steinmetz-Meister Willi Weber zu Werke schreiten konnte.
»Möge der Brunnen noch lange sprudeln«, wünschten sich die Gäste gestern, während das steinerne Paar hoch oben hoffnungsfroh gen Osten blickte.

Zum Thema:

Von 1918 bis 1920 hat Unternehmer Arthur Trüschel Senior die Kolonie samt Brunnen für seine Arbeiter, vorwiegend Kriegsinvaliden, errichtet. Schon ab 1930 sprudelte der Brunnen aber nicht mehr. Das von Bildhauer Bourbott geschaffene Werk steht unter Denkmalschutz. Das nackte Paar obenauf, Überlebende des Ersten Weltkrieges, gilt als Sinnbild der Hoffnung.

Von Mirjam Hecht

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